Kein Friede mit den Feinden Israels!

Am 24.05.2017 fand im Kulturzentrum Gasteig eine Veranstaltung der Jüdisch-Palästinensischen Dialoggruppe (JPDM) mit einem Referat des israelischen Journalisten Gideon Levy mit dem Titel „50 Years to the occupation: How is it possible“ statt. Schon der Titel verrät zu viel. Zu viel gerade, weil er zu wenig nennt. Zu viel, weil ausschließlich Israel für die Konstellation im Nahen Osten verantwortlich gemacht wird, während zu der andauernden Bedrohung jüdischen Lebens im Nahen Osten durch antisemitische Mobs, den palästinensischen Widerstand, Hamas und Fatah sowie die Nachbarstaaten Israels nicht erst seit der Staatsgründung Israels 1948, sondern bereits auch zuvor, geschwiegen wird. Der Titel verrät, dass es nicht um Dialog und eine objektive Betrachtung der gegenwärtigen Zustände im Nahen Osten, sondern um ein gemütliches Einrichten in der Israelfeindschaft geht. Dies verwundert nicht, wenn man sich vergegenwärtigt, wer der Referent ist, wer die JPDM ist und was beide Protagonisten miteinander teilen.

„Kein Friede mit den Feinden Israels!“ weiterlesen

Kein Friede mit den Feinden Israels!

Am 24.05.2017 findet im Gasteig in München eine Veranstaltung der Jüdisch-Palästinänsischen Dialoggruppe München (JPDM), welche auf der Unterstützerliste der Kampagne “Boycott, Divestment and Sanctions” (BDS) steht¹, statt. Zum Thema des Abends “Die 50 Jahre bestehende Besatzung der Palästinensergebiete und die politischen Optionen für die Zukunft” referiert Gideon Levy, welcher ebenfalls als BDS-Unterstützer gilt.

Der BDS fordert seit Jahren alles Israelische und Jüdische komplett zu boykottieren, sehen sie doch in ihrer einseitigen Logik in Israel einen einzigen Terrorstaat, der das Land der “Palästinenser*innen” rauben würde und diese durch kolonialrassistische Praktiken unterdrücken würde. So wird immer wieder von einer Apartheidspolitik Israels und einem Genozid am “palästinensischen Volk” gesprochen, was schon aufgrund der wachsenden Bevölkerungszahl in der Region absurd ist. Unausgesprochener Fluchtpunkt der BDS-Logik ist dabei die Delegitimierung und eine Verneinung des Existenzrechts Israels als Schutzraum aller global von Antisemitismus Verfolgten. Der BDS-Aufruf zum Boykott aller israelischer Waren gerät dabei in die Gefahr der Reaktivierung der NS-Parole “Kauft nicht bei Juden” im israelkritischen Gewand. Betroffen von Boykottaktionen des BDS sind daher nicht ausschließlich Israelis, sondern immer wieder auch jüdische Künstler*innen, Sportler*innen und Wissenschaftler*innen, was den antisemitischen Charakter der BDS-Bewegung aufzeigt.

Israel ist die Schutzmaßnahme gegen alle von Antisemitismus Betroffenen. Denn die grundlegenden Mechanismen, die in Deutschland unter den gegebenen historischen Umständen zu Auschwitz führten, sind heute noch immer vorhanden: Die fortbestehende nationalstaatlich organisierte Vergesellschaftung und der Zwang zur kapitalistischen Verwertung, deren Krisenhaftigkeit durch einen antisemitischen Mechanismus auf Jüdinnen* und Juden* projiziert werden kann. Israel und der Zionismus sind hingegen die Antwort auf diesen Mechanismus. Israel ist die zum Staat gewordene Emanzipationsgewalt der Jüdinnen* und Juden*.

Wir rufen daher am 24.05.2017 ab 18Uhr zu einer Kundgebung vor dem Gasteig auf.

Gegen jeden Antisemitismus!

¹http://bds-kampagne.de/aufruf/deutschlandweiter-bds-aufruf/unterstuetzende-gruppen-und-organisationen/

„THE SHOW MUST GO ON“

Bemerkungen zur Vergesellschaftung der Deutschen und ihres Staates

Pdf Version Download

Mit dem militärischen Sieg der Alliierten und der bedingungslosen Kapitulation des nationalsozialistischen Deutschen Reiches am 8.Mai 1945 endete in Europa der Zweite Weltkrieg und der Terror von NS-Deutschland. Für tausende KZ-Häftlinge, Kriegsgefangene, Zivilisten und alliierte Soldaten bedeutete dies die Rettung ihres Lebens. In den zwölf Jahren zuvor waren der deutschen Politik jedoch bereits Millionen jüdische Menschen, Homosexuelle, Rom*nja und Sinti*ze und andere vom Nationalsozialismus Verfolgte zum Opfer gefallen.
Der 8.Mai wird daher zu Recht als Tag der Befreiung gefasst. Es ist das Datum der Befreiung für viele vom NS Verfolgte. Gleichzeitig ist der 8.Mai als Tag der Befreiung spätestens seit der Rede des Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, Teilnehmer am deutschen Vernichtungsfeldzug gegen die Sowjetunion, auch Teil des bundesdeutschen Gedenkspektakels.

„„THE SHOW MUST GO ON““ weiterlesen

Kampagne Remembering means fighting: Nachleben der NS Ideologie

Am 8. Mai 1945 kapitulierte das Deutsche Reich bedingungslos nachdem es durch die Aliierten zerschlagen worden war. Das Datum bezeichnet das Ende der Entrechtung, Vertreibung und Ermordung für jüdische Menschen, Homosexuelle, Roma, Romnija* sowie Sinti und Sintize* und alle vom NS-Staat verfolgten. Das Ende dieses Staates bedeutete jedoch nicht das Ende des Nazismus in personeller, ideologischer und struktureller Hinsicht. Viele NS-Täter wurden für ihre Taten nicht belangt und konnten in der Bundesrepublik ungestört arbeiten und leben. Auch Ideologien wie der Antisemitismus und Antikommunismus werden von weiten Teilen der Bevölkerung anhaltend geteilt. Die Volksgemeinschaft und die Gleichzeitigkeit von Kalkül und Wahn bezeichnen weiterhin die spezifische Vergesellschaftungsform der Deutschen. Um sich damit auseinandersetzen haben wir die Kampagne “Remembering Means Fighting” ins Leben gerufen. Zunächst werden wir am Samstag den 6.5. die KZ-Gedenkstätte Dachau besuchen. Am nächsten Tag haben wir die zwei Referenten Philipp Schweizer und Carl Specht zu den Kontinuitäten und Differenzen von Nationalsozialismus und Bundesrepublik eingeladen und unterstützen am Montag die antifaschistische Demonstration zum 8. Mai.

Außerdem wird zu dem Thema eine ausführliche Auseinandersetzung unsererseits als Broschüre erscheinen

Gründungsaufsatz – Project_Communism

Wir, von der Notwendigkeit der befreiten Gesellschaft überzeugte Menschen, haben uns dazu entschieden unser je einzelnes Streben nach einer Welt, in der allen Menschen ein würdiges Leben führen können, ja überhaupt alle Menschen leben können, mit dem Project_Communism auf einer gemeinsamen Ebene weiter zu stärken und mit den Vorzügen des assoziierten Denken und Handelns die eigene und gemeinsame Gesellschaftskritik zu vertiefen, sowie unsere Praxis zu reflektieren.
Folgender Gründungsaufsatz soll darstellen, was Gesellschaftskritik für uns im Groben bedeutet und welche Schlüsse wir für unsere Tätigkeit daraus ziehen. Es handelt sich nicht um ein dogmatisches Programm, sondern um ein knappes Statement zu dem, warum ein Project_Communism und was wir uns darunter vorstellen.

„Gründungsaufsatz – Project_Communism“ weiterlesen