Bemerkungen zur Aktion des Zentrums für politische Schönheit in Bornhagen

Am 22.11 stellte das Zentrum für politische Schönheit einen Nachbau des Berliner Holocaust-Denkmals vor Björn Höckes Haus in Bornhagen auf. Die Aktion hat natürlich eine sinnvolle Seite. Das Berliner Denkmal erinnert – wenn auch in entstellter Form – doch an den Holocaust. Das führt bei all jenen, die sich unbefangen zur deutschen Nation bekennen wollen, zu einer gewaltigen narzisstischen Kränkung. Die Erinnerung an den Holocaust verhindert, dass die Deutschen sich ohne weiteres auf die deutsche Nation beziehen können. Die kollektive Identifikation wird dadurch erschwert. Deswegen muss die Erinnerung an den Holocaust abgewehrt werden. Sie wird außerdem als Beschmutzung der nationalen Identität erlebt. Aus diesem Grund werden all jene Dinge, die an den Holocaust erinnern, projektiv besetzt und bekämpft, um die eigene Identität wieder stabilisieren zu können. Gerade deshalb treibt die Aktion zahlreiche aufrechte Deutsche zur Weißglut. Sowohl die zahlreichen Morddrohungen, die beim Zentrum für politische Schönheit eingegangen sein sollen, als auch die kollektive Erregung in der rechten BRD-Hälfte von CDU bis AFD sind ein Beleg dafür.

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Kasper an die Macht. Donald Trump und die Selbstzerlegung der herrschenden Klasse.

Kasper an die Macht. Donald Trump und die Selbstzerlegung der herrschenden Klasse.

Als Donald Trump, einschwebend auf einer Rolltreppe, seine Kandidatur für das Präsidentschaftsamt erklärte, konnten die US-amerikanischen Satiriker ihre Begeisterung kaum verhehlen: Wieviel Spaß man doch mit dem Milliardärsdarsteller und wandelndem Fettnapf haben werde! Inzwischen ist Donald Trump seit gut über einem Jahr das, was viele wohl noch kaum für möglich hielten, als sie bei Spiegel Online lasen, das Donald Trump zum Präsidenten der USA gewählt worden war.

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Out of Rosenheim – Warum kommunistische Praxis nur gegen Bayern funktioniert.

Jüngst haben wir in der Zeitschrift „Muscovado“, einen Beitrag zur Reihe „Reclaim the alps“ veröffentlicht, den wir hier nochmals dokumentieren wollen. Den ursprünglichen Text findet ihr hier.

Auf der Suche nach der verlorenen Hoffnung auf die allgemeine Emanzipation versucht die Reihe „#Reclaimthealps“ in „Muscovado“ über Perspektiven linker Politik im bayrischen Hinterland zu diskutieren. Den Aufschlag lieferte der Redakteur Anselm Schindler in einem Text mit dem unsympathischen Titel „Ran an den Stammtisch“. Als ob die Linke in ihrer überwältigenden Mehrheit jemals schon etwas anderes getan hatte außer der Götze Volk zu huldigen, erscheint es Schindler als eine besonders kreative Taktik, Volk und Heimat als Ansprechpartner linker Politik und Taktiererei zu verzerren. Dabei verkennt er, dass der Stammtisch noch nie ein Ort war, welcher kommunistischer Kritik, beispielsweise des Antisemitismus, ein Forum geboten hat. Stattdessen will Schindler mit „den Leuten, ja, auch denen in Tracht, ins Gespräch“ kommen und linke „Reflexe reflektieren“, wobei es sprachlich ganz gewaltig holpert. Es geht ihm darum, den Widerspruch von bayrischer Kultur und Wirklichkeit und linken Ideen aufzuheben, wobei in der Aufhebung beides, also bayrische Kultur und linke Ideen vorhanden seinen, nur eben nicht mehr widersprüchlich.

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Grundlagen eines materialistischen Feminismus

Die kapitalistische Gesellschaft stellt sich als Totalität dar, die durchzogen ist von einem Geschlechterverhältnis, für das Frauenhass, männliche Hegemonie und die Abwertung von Sorgetätigkeiten konstitutiv ist. Dieses Geschlechterverhältnis durchzieht alle Bereiche der Gesellschaft. Das werden wir anhand zweier grundlegender Bereiche, der vergeschlechtlichten Arbeitsteilung und der Herausbildung männlicher und weiblicher Subjekte, zeigen und einen materialistischen Feminismus bestimmen, der ein wesentliches Element einer
kommunistischen Bewegung sein muss.