Rede in Solidarität mit den antiklerikalen Protesten im Iran

Auf der Kundgebung in Solidarität mit den antiklerikalen Protesten im Iran im Januar haben wir einen Redebeitrag gehalten, den wir im Folgenden dokumentieren.

Das Regime im Iran zeichnet sich durch eine strikte islamische Verfassung aus. Dabei beruht die Gesetzgebung auf der Scharia, die ohne Abweichung umgesetzt wird. Frauen* werden massiv benachteiligt und gezwungen sich zu verhüllen. Wenn sie sich diesen strikten Normen nicht fügen, sind sie erbarmungsloser Repression ausgesetzt. Gleichzeitig werden Homosexuelle und Apostaten bis zum Tod verfolgt und jede Opposition erbarmungslos unterdrückt. Der islamistische Charakter des Regimes zeigt sich auch in seiner Außenpolitik. Diese ist letztlich auf die Vernichtung des Staates Israel ausgerichtet. Iranische Offizielle werden auch nicht müde zu betonen, dass sie eine solche anstreben. In diesem Sinne erweist sich der (eliminatorische) Antisemitismus als konstitutiver Charakter des iranischen Regimes. Zusätzlich betreibt der Iran einen „Revolutionsexport“ und unterstützt dabei insbesondere Terror-Gruppen, die ebenfalls  erklärtermaßen die Vernichtung Israels anstreben wie die Hamas oder die Hisbollah. „Rede in Solidarität mit den antiklerikalen Protesten im Iran“ weiterlesen

24.02. Workshop zur Einführung in die Kritik des Antisemitismus

Die bundesdeutsche Nachkriegsgesellschaft konstituierte sich auf einem anti-antisemitischen Selbstverständnis. Das offensive Formulieren antijüdischen Ressentiments wurde (scheinbar) und wird in gewisser Weise bis heute sozial geächtet. Nichtsdestotrotz ist Antisemitismus sowohl in seiner klassischen wie auch in sekundärer und struktureller Erscheinungsform bis heute ständiger Wegbegleiter der bundesdeutschen Öffentlichkeit. Besonders als nicht-öffentliche Meinung hält sich „das Gerücht über die Juden“ (Adorno/Horkheimer) weiterhin hartnäckig. Daher muss auch 73 Jahre nach dem Ende des Nationlasozialismus der Versuch unternommen werden, die Verfasstheit der Gesellschaft auf ihren Zusammenhang mit den antisemitischen Ressentiments zu befragen.

Um einen Umgang mit Antisemitismus zu finden und diesen zu kritisieren, muss zuallererst ein Verständnis des antisemitischen Ressentiments vorhanden sein . Der Workshop will daher versuchen eine Einführung in die Kritik des Antisemitismus zu geben. Zunächst soll der Begriff des Antisemitismus abgegrenzt werden, insbesondere zum Begriff des Rassismus, welcher häufig fälschlicherweise mit Antisemitismus gleichgesetzt wird. Im zweiten Abschnitt soll die Geschichte des Antisemitismus dargestellt werden und die jeweiligen historischen Formen genauer betrachtet werden. Im dritten Teil werden weitere verschiedene Erscheinungsformen des Antisemitismus, insbesondere die modernen, herausgearbeitet. Dies soll unter anderem anhand von antisemitischen Texten geschehen.

Der Workshop wird von Benjamin Männel und Alex Bandl geleitet. Benjamin Männel studiert Politikwissenschaften, Geschichte und Kulturwissenschaften und betreibt politische Bildungsarbeit zu Antisemitismus und Rassismus. Alex Bandl studiert Geschichte und Spanisch auf Lehramt und ist ebenfalls in der politischen Bildungsarbeit aktiv.

Der Workshop findet am 24.02. statt. Er wird um 13 Uhr beginnen und mit Pause ca. vier Stunden dauern. Stattfinden wird der Workshop im Kafe Marat (Thalkirchner Straße 102). Damit wir einschätzen können, wie viele Leute kommen, bitten wir um eine Anmeldung unter project_c@riseup.net. Ebenso bitten wir die Teilnehmenden bei Möglichkeit um eine Spende zur Refinanzierung.