Feminismus ist kein Happy Meal

In einer gemeinsamen Veranstaltung des Studio Я, des Maxim Gorki Theaters und des Missy Magazine ging es im März dieses Jahres darum, die Möglichkeiten einer Kooperation zwischen Feminismus und Religion zu debattieren. Eingeladen waren: Leah Carola Czollek (eine jüdisch-feministische Aktivistin), Saboura M. Naqshband (muslimische Feministin und Aktivistin) und Márcia Elisa Moser (Religionswissenschaftlerin mit dem Schwerpunkt der Gender Studies), moderiert von Margarita Tsomou. Dies ist ein Kommentar zu einer wichtigen und aktuellen Debatte, welche in diesem Rahmen und vermutlich gerade durch die Auswahl der TeilnehmerInnen bei dieser Veranstaltung recht einseitig geraten ist.

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Junge, was ist Rape Culture? – Jana Klein

Der Fall Tuğçe Albayrak, Julian Assange im Exil der equadorianischen Botschaft in London oder der entfesstelte Debattenmob nach der Kölner Silvesternacht – was diese medialen Ereignisse miteinander verbindet, ist die allgemeine Unfähigkeit im Öffentlichen wie im Privaten, sich dem Problem der sexuellen Gewalt wirklich angemessen, ethisch und politisch, zu stellen. Die vielfältigen Abwehrmechanismen, mit denen nicht bloß Männer auf die Konfrontation mit der Kultur sexueller Dominanz reagieren, sind nicht nur eine alltägliche Herausforderung für antisexistische Bemühungen, sondern stellen mit der hinter ihnen steckenden Psychologie auch Schnittstellen dar, anhand derer die tiefe Verwobenheit der Geschlechterhierarchie mit anderen Feldern des Ideologischen nachempfunden werden kann. Als Ideologien stellen sie banalerweise sicher, dass die gesellschaftlichen Verhältnisse bleiben wie sie sind – die ihnen anhängenden kulturellen Formationen jedoch sorgen täglich dafür, dass das Leben für viele Menschen mal mehr, mal weniger stark mit der Hölle auf Erden bedroht bleibt. Geschlecht, Rassismus oder Antisemitismus sind daher immer auch sexuell.

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