Feminismus ist kein Happy Meal

In einer gemeinsamen Veranstaltung des Studio Я, des Maxim Gorki Theaters und des Missy Magazine ging es im März dieses Jahres darum, die Möglichkeiten einer Kooperation zwischen Feminismus und Religion zu debattieren. Eingeladen waren: Leah Carola Czollek (eine jüdisch-feministische Aktivistin), Saboura M. Naqshband (muslimische Feministin und Aktivistin) und Márcia Elisa Moser (Religionswissenschaftlerin mit dem Schwerpunkt der Gender Studies), moderiert von Margarita Tsomou. Dies ist ein Kommentar zu einer wichtigen und aktuellen Debatte, welche in diesem Rahmen und vermutlich gerade durch die Auswahl der TeilnehmerInnen bei dieser Veranstaltung recht einseitig geraten ist.

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Junge, was ist Rape Culture? – Jana Klein

Der Fall Tuğçe Albayrak, Julian Assange im Exil der equadorianischen Botschaft in London oder der entfesstelte Debattenmob nach der Kölner Silvesternacht – was diese medialen Ereignisse miteinander verbindet, ist die allgemeine Unfähigkeit im Öffentlichen wie im Privaten, sich dem Problem der sexuellen Gewalt wirklich angemessen, ethisch und politisch, zu stellen. Die vielfältigen Abwehrmechanismen, mit denen nicht bloß Männer auf die Konfrontation mit der Kultur sexueller Dominanz reagieren, sind nicht nur eine alltägliche Herausforderung für antisexistische Bemühungen, sondern stellen mit der hinter ihnen steckenden Psychologie auch Schnittstellen dar, anhand derer die tiefe Verwobenheit der Geschlechterhierarchie mit anderen Feldern des Ideologischen nachempfunden werden kann. Als Ideologien stellen sie banalerweise sicher, dass die gesellschaftlichen Verhältnisse bleiben wie sie sind – die ihnen anhängenden kulturellen Formationen jedoch sorgen täglich dafür, dass das Leben für viele Menschen mal mehr, mal weniger stark mit der Hölle auf Erden bedroht bleibt. Geschlecht, Rassismus oder Antisemitismus sind daher immer auch sexuell.

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Einführung in die kritische Theorie – Vortrag und Diskussion

Kritische Theorie versteht sich seit ihren Anfängen wesentlich als emanzipative Theorie, die auf die Abschaffung aller Formen menschlicher Unterdrückung und des damit einhergehenden Leidens zielt. Der Vortrag soll einen Einblick in die auch als „Frankfurter Schule“ bekannt gewordene Denkrichtung bieten, die häufig mit Namen wie Max Horkheimer, Theodor W. Adorno, Herbert Marcuse und Walter Benjamin in Verbindung gebracht wird. Neben einer Darstellung der historischen Genese infolge der Krise des Marxismus, sollen unter Bezugnahme auf theoretische Referenzen, wie die Arbeiten von Marx und Freud, zentrale Fragen herausgearbeitet werden, mit denen sich die genannten Autoren auseinandersetzten. Weshalb konnte beispielsweise die aus der Aufklärung resultierende Selbstbehauptung des Subjekts und die Befreiung des Menschen von übermächtigen Gewalten in die Barbarei des Nationalsozialismus regredieren, anstatt in einem vernünftigen Zustand der Welt zu münden? Anhand Adornos und Horkheimers Kritik des Antisemitismus soll zudem gezeigt werden, welche Relevanz die Kritische Theorie, bezüglich der Analyse aktueller gesellschaftlicher Phänomene, immer noch beanspruchen kann. Der Vortrag wird offen und flexibel gestaltet, sodass die Teilnahme nicht von Vorkenntnissen abhängig ist.

Der Referent Till Seidemann studiert derzeit den Masterstudiengang Philosophie an der LMU München und hat sich in zahlreichen Arbeiten mit verschiedenen Aspekten der Kritischen Theorie auseinandergesetzt.

Offen ist wie immer ab 20 Uhr, der Vortrag beginnt ca. 21 Uhr. Für kühle Getränke und das leibliche Wohl ist gesorgt!

Redebeitrag auf der Demo gegen Pegida am 17.03.18

Schaut man sich die jüngsten Versuche rechter Gruppierungen an, von München aus die nationale Konterrevolution zu starten, so drängt sich einem der Eindruck einer Farce des faschistischen Schmierentheaters auf. Nach Mügida, Bagida, Pegida München veranstaltet nun auch Pegida Dresden eine Demonstration in München. Die grotesken Rangeleien der rechten Demo-Organisationen würden unter tatsächlich theatralen Bedingungen wohl in der Tat zur Erheiterung beitragen. Doch dieser Eindruck einer Farce verdrängt die Einsicht, dass es sich bei diesem so kasperhaft erscheinenden Zusammenhängen um eine ernsthafte Gefahr für alle handelt, welche die faschistische Dystopie einer homogenen Volksgemeinschaft nicht teilen. In unserem Redebeitrag wollen wir daher auf den Zusammenhang zwischen Pegida und den rassistischen bzw. rechten Anschlägen der letzten Jahre hinweisen.

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Rede in Solidarität mit den antiklerikalen Protesten im Iran

Auf der Kundgebung in Solidarität mit den antiklerikalen Protesten im Iran im Januar haben wir einen Redebeitrag gehalten, den wir im Folgenden dokumentieren.

Das Regime im Iran zeichnet sich durch eine strikte islamische Verfassung aus. Dabei beruht die Gesetzgebung auf der Scharia, die ohne Abweichung umgesetzt wird. Frauen* werden massiv benachteiligt und gezwungen sich zu verhüllen. Wenn sie sich diesen strikten Normen nicht fügen, sind sie erbarmungsloser Repression ausgesetzt. Gleichzeitig werden Homosexuelle und Apostaten bis zum Tod verfolgt und jede Opposition erbarmungslos unterdrückt. Der islamistische Charakter des Regimes zeigt sich auch in seiner Außenpolitik. Diese ist letztlich auf die Vernichtung des Staates Israel ausgerichtet. Iranische Offizielle werden auch nicht müde zu betonen, dass sie eine solche anstreben. In diesem Sinne erweist sich der (eliminatorische) Antisemitismus als konstitutiver Charakter des iranischen Regimes. Zusätzlich betreibt der Iran einen „Revolutionsexport“ und unterstützt dabei insbesondere Terror-Gruppen, die ebenfalls  erklärtermaßen die Vernichtung Israels anstreben wie die Hamas oder die Hisbollah. „Rede in Solidarität mit den antiklerikalen Protesten im Iran“ weiterlesen

24.02. Workshop zur Einführung in die Kritik des Antisemitismus

Die bundesdeutsche Nachkriegsgesellschaft konstituierte sich auf einem anti-antisemitischen Selbstverständnis. Das offensive Formulieren antijüdischen Ressentiments wurde (scheinbar) und wird in gewisser Weise bis heute sozial geächtet. Nichtsdestotrotz ist Antisemitismus sowohl in seiner klassischen wie auch in sekundärer und struktureller Erscheinungsform bis heute ständiger Wegbegleiter der bundesdeutschen Öffentlichkeit. Besonders als nicht-öffentliche Meinung hält sich „das Gerücht über die Juden“ (Adorno/Horkheimer) weiterhin hartnäckig. Daher muss auch 73 Jahre nach dem Ende des Nationlasozialismus der Versuch unternommen werden, die Verfasstheit der Gesellschaft auf ihren Zusammenhang mit den antisemitischen Ressentiments zu befragen.

Um einen Umgang mit Antisemitismus zu finden und diesen zu kritisieren, muss zuallererst ein Verständnis des antisemitischen Ressentiments vorhanden sein . Der Workshop will daher versuchen eine Einführung in die Kritik des Antisemitismus zu geben. Zunächst soll der Begriff des Antisemitismus abgegrenzt werden, insbesondere zum Begriff des Rassismus, welcher häufig fälschlicherweise mit Antisemitismus gleichgesetzt wird. Im zweiten Abschnitt soll die Geschichte des Antisemitismus dargestellt werden und die jeweiligen historischen Formen genauer betrachtet werden. Im dritten Teil werden weitere verschiedene Erscheinungsformen des Antisemitismus, insbesondere die modernen, herausgearbeitet. Dies soll unter anderem anhand von antisemitischen Texten geschehen.

Der Workshop wird von Benjamin Männel und Alex Bandl geleitet. Benjamin Männel studiert Politikwissenschaften, Geschichte und Kulturwissenschaften und betreibt politische Bildungsarbeit zu Antisemitismus und Rassismus. Alex Bandl studiert Geschichte und Spanisch auf Lehramt und ist ebenfalls in der politischen Bildungsarbeit aktiv.

Der Workshop findet am 24.02. statt. Er wird um 13 Uhr beginnen und mit Pause ca. vier Stunden dauern. Stattfinden wird der Workshop im Kafe Marat (Thalkirchner Straße 102). Damit wir einschätzen können, wie viele Leute kommen, bitten wir um eine Anmeldung unter project_c@riseup.net. Ebenso bitten wir die Teilnehmenden bei Möglichkeit um eine Spende zur Refinanzierung.

Kundgebung in Solidarität mit den antiklerikalen Protesten im Iran

Kundgebung am 19.01.2018 um 15:30 am Marienplatz

[Farsi / English below]

Seit Wochen kommt es im Iran zu Protesten gegen die islamische Republik. Der Aufstand richtet sich nicht nur gegen die zunehmende wirtschaftliche Verelendung und steigende Arbeitslosigkeit. Er richtet sich gegen ein klerikales Regime, das Oppositionelle verfolgt, Gewerkschaften zerschlägt, Frauen unterdrückt und Homosexuelle ermordet. Während versucht wird, die Proteste mit Repression und Waffengewalt niederzuschlagen, schweigt die Bundesregierung zu den Vorgängen im Iran und setzt ihre enge Kooperation mit den dortigen Machthabern fort.

Lassen wir die Protestierenden im Iran nicht alleine! Schluss mit dem deutschen Appeasement! Keine Geschäfte mit dem iranischen Regime! Freiheit für alle politischen Gefangenen.

Freiheit ist nicht östlich, nicht westlich, sondern universell!

Veranstalter:
Bündnis für Solidarität mit den Protestierenden im Iran

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Bemerkungen zur Aktion des Zentrums für politische Schönheit in Bornhagen

Am 22.11 stellte das Zentrum für politische Schönheit einen Nachbau des Berliner Holocaust-Denkmals vor Björn Höckes Haus in Bornhagen auf. Die Aktion hat natürlich eine sinnvolle Seite. Das Berliner Denkmal erinnert – wenn auch in entstellter Form – doch an den Holocaust. Das führt bei all jenen, die sich unbefangen zur deutschen Nation bekennen wollen, zu einer gewaltigen narzisstischen Kränkung. Die Erinnerung an den Holocaust verhindert, dass die Deutschen sich ohne weiteres auf die deutsche Nation beziehen können. Die kollektive Identifikation wird dadurch erschwert. Deswegen muss die Erinnerung an den Holocaust abgewehrt werden. Sie wird außerdem als Beschmutzung der nationalen Identität erlebt. Aus diesem Grund werden all jene Dinge, die an den Holocaust erinnern, projektiv besetzt und bekämpft, um die eigene Identität wieder stabilisieren zu können. Gerade deshalb treibt die Aktion zahlreiche aufrechte Deutsche zur Weißglut. Sowohl die zahlreichen Morddrohungen, die beim Zentrum für politische Schönheit eingegangen sein sollen, als auch die kollektive Erregung in der rechten BRD-Hälfte von CDU bis AFD sind ein Beleg dafür.

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Kasper an die Macht. Donald Trump und die Selbstzerlegung der herrschenden Klasse.

Kasper an die Macht. Donald Trump und die Selbstzerlegung der herrschenden Klasse.

Als Donald Trump, einschwebend auf einer Rolltreppe, seine Kandidatur für das Präsidentschaftsamt erklärte, konnten die US-amerikanischen Satiriker ihre Begeisterung kaum verhehlen: Wieviel Spaß man doch mit dem Milliardärsdarsteller und wandelndem Fettnapf haben werde! Inzwischen ist Donald Trump seit gut über einem Jahr das, was viele wohl noch kaum für möglich hielten, als sie bei Spiegel Online lasen, das Donald Trump zum Präsidenten der USA gewählt worden war.

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