Unversöhnlich gegen Kaltland

Die politische Situation in Deutschland hat sich auf unterschiedlichen Ebenen massiv verschlechtert. Der Zusammenschluss zwischen konservativer Mitte und organisierten Neonazis hat sich erfolgreich neu formiert. In Orten wie Chemnitz, Köthen, Wurzen, Cottbus spitzt sich en masse zu, was in Form von Bedrohungen, Angriffen, Anschlägen bundesweit auf der Tagesordnung steht. Linke Antworten fallen unterschiedlich aus: Ein Teil der radikalen Linken sucht unter Bannern wie „XY ist bunt“ und „wirsindmehr“ den Schulterschluss mit bürgerlichen Initiativen und hebt die Wichtigkeit einer Kooperation mit Locals hervor. Das bundesweite Bündnis „Irgendwo in Deutschland“, das sich vor zwei Jahren gegründet hat, verfolgt eine andere Strategie. Es will auf die Mobilmachung des rassistischen Mobs mit unversöhnlichen Interventionen reagieren. Das bedeutet: Den völkischen Rassismus ohne entschuldigende Erklärungen anzuprangern. Ansprechpartner*innen vor Ort sind vor allem lokale Antifa-Strukturen, nicht die Bevölkerung per se. Ausgehend von einem kurzen Input wird der Ansatz zur Diskussion gestellt. [das schweigen durchbrechen] aus Nürnberg ist u.a. Teil von „Irgendwo in Deutschland“

Offen ab 20:00 Uhr, Vortrag beginnt um 21:00 Uhr.

Für Essen und kühle Getränke wird gesorgt.

Zur Räumung der Isar-Brücken

Vortrag und Diskussion mit der Initiative für Zivilcourage

Am Donnerstag, den 28.11 haben mehrere städtische Behörden die Lager wohnungsloser EU-Migrant*innen unter den Isar-Brücken geräumt. Die fadenscheinige Begründung der Behörden war Brandschutz. Tatsächlich wurde in der vergangenen Woche ein Lager unter der Reichenbachbrücke durch ein Feuer zerstört. Wie jedoch schon bei einem weiteren Brand im Sommer, ist die Brandursache ungeklärt, was die Polizei – ganz in Tradition des NSU-Komplexes – jedoch nicht davon abhält, die Betroffenen selbst ohne nähere Begründung aus rassistisch-antiziganistischer Motivation zu verdächtigen. Besonders lächerlich macht sich diese Begründung allerdings dadurch, dass die ersten Hinweis-Schilder der Stadt auf die Räumung bereits vor dem Brand letzte Woche an der Brücke aufgehängt wurden.
Anstelle solcher alberner, vorgeschobener Begründungen besteht das Interesse der Stadt an der Räumung der Brücken vielmehr in einer Kombination rassistisch-antiziganistischer Ausgrenzungspolitik, einer autoritär-repressiven Verdrängung derjenigen, welche in das Bild der Hochglanzmetropole München nicht passen und gleichzeitigen Verweigerung einer sozialen und menschenwürdigen Lösung der Arbeits- und Wohnungsproblematik für die Betroffenen.
Viele der Menschen, welche unter den Isar-Brücken leben, kamen im Rahmen der EU-Freizügigkeitsregelung aus osteuropäischen Staaten nach München; die meisten befinden sich nicht in legalen Beschäftigungsverhältnisses und haben daher weder gesetzlichen Arbeitsschutz noch Anspruch auf Soziallleistung oder sind ohne regelmäßige Arbeit. Zugleich sind sie, wie viele andere in prekärer rechtlicher Situationen Lebende, Teil der ‚industrielle Reservearmee‘, welche oftmals für undokumentierte oder extrem schlecht bezahlte Arbeit herangezogen wird. Manche sind nicht in München gemeldet, sodass ihnen das Wohnungsreferat der Stadt keine solche zu Verfügung stellt. Häufig sind sie auch betroffen von Repression und Kontrollen durch die Polizei und die kommunale Sicherheitswacht. Einerseits sind sie für die anderen Bewohner Münchens weitgehend unsichtbar, andererseits sind sie beteiligt an der (Re)Produktion des Reichtums dieser Stadt, von welchem sie jedoch durch die repressive Politik der Stadt ausgeschlossen werden. Diese Politik trifft nicht allein die (ehemaligen) Bewohner der Isar-Brücken, sondern auch viele anderen Menschen aus osteuropäischen Staaten. Auch wenn sie als neue EU-Bürger*innen Freizügigkeit genießen, arbeiten sie aufgrund von Diskriminierungen am Arbeitsmarkt oft unter schlechten Bedingungen und müssen oft kämpfen und streiken, um ihre Arbeitsrechte und Lohnforderungen durchzusetzen, auch ihr Anspruch auf Sozialleistungen wird systematisch untergraben.
Der disziplinierende und zugleich unsoziale Charakter der städtischen Politik zeigt sich auch darin, welche Alternative zu den Brücken die Stadt München den Wohnungslosen bietet. Als Ausweichquartier stellt die Stadt für die Betroffenen Räume in der Bayernkaserne zur Verfügung. Viele derjenigen, die jetzt unter der Brücke wohnen, wollen jedoch nicht in diesen untergebracht werden. In der Bayernkaserne haben sie weder Privatsphäre, noch gibt es die Möglichkeit persönliche Gegenstände dort aufzubewahren. Des Weiteren können die Bewohner nicht selbst entscheiden, mit wem sie sich die Zimmer teilen wollen, sodass es oft zwischen den Bewohner*innen zu Konflikten kommt. Außerdem müssen sie die Zimmer um 7 Uhr morgens räumen, was angesichts der prekären und unsicheren Beschäftigungsverhältnisse vieler Betroffenen für diese ein großes Problem darstellt. Zuletzt ist die Umgebung der Bayernkaserne oftmals ein Ziel von racial profiling durch die Polizei, was insbesondere für einige, welche offene Haftbefehle wegen Schwarzfahrens und anderer Lappalien haben, ein sehr ernstes Problem darstellt. Daher lehnen es viele derjenigen, welche bis jetzt an der Isar gelebt haben, ab, in der Bayernkaserne untergebracht zu werden. Stattdessen fordern sie eine menschenwürdige Unterkunft durch die Stadt und ein Ende der rassistischen Praxis von Behörden und Polizei gegen sie. Doch auch nach der Räumung geht die Stadt auf keine einzige der Forderungen ein! Bei der Unterbringung der Menschen in der Bayernkaserne geht es der Stadt weniger um eine Bekämpfung der Wohnungslosigkeit als um die Kontrolle über die Menschen bei gleichzeitigem Ausschluss vom Reichtum der Stadt!

Am Donnerstag, den 13.12 haben wir deshalb die Initiative für Zivilcourage eingeladen, die über die Räumung der Isar-Brücken, über die allgemeine Situation von Wohnungslosen und prekarisierten Menschen aus osteuropäischen Ländern, sowie über ihre Arbeit sprechen werden.

Unter dem Namen Initiative für Zivilcourage trifft sich seit 2009 regelmäßig ein Kreis von Unterstützer*innen. Von Beginn an arbeitete sie eng mit den prekarisierten Münchner*innen aus neuen EU-Ländern im Bahnhofsviertel zusammen, um gemeinsam Wege zur Verbesserung ihrer Lebenssituation und des Zusammenlebens in der Stadtgesellschaft zu beschreiten. Insbesondere betreibt sie ein temporären workers’ center im Bahnhofsviertel, das derzeit einmal die Woche geöffnet ist, wo versucht wird gemeinsam, für eine Verbesserung der Lebenssituation zu kämpfen. Die Initiative für Zivilcourage ist eine unabhängige, nichtstaatliche Initiative und packt mit an, um das Leben für alle Menschen selbstbestimmt, lebenswert und frei von Ausgrenzung und Ausbeutung zu gestalten.
http://inizivi.antira.info/initiative-fur-zivilcourage/

 

Gespräch mit Herbert Marcuse

Filmvorstellung am 11.10.18 im Kafe Marat

Herbert Marcuse wurde am 19. Juli 1898 in Berlin geboren. Er stammte aus wohlhabender jüdischer Familie, nahm als Soldat am Ersten Weltkrieg teil und war als Zwanzigjähriger kurzfristig Mitglied im revolutionären Soldatenrat Berlin Reinickendorf. Nach der Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht verließ er die SPD. Er studierte Literaturwissenschaft und Philosophie und war zeitweilig Assistent von Martin Heidegger in Freiburg. Nachhaltig beeinflusst wurde sein Denken durch die Schriften von Karl Marx und Sigmund Freud aber auch durch Kunst und Literatur der bürgerlichen Epoche. Schon früh kam Marcuse zum Institut für Sozialforschung in Frankfurt und arbeitet mit an der Entwicklung der sog. kritischen Theorie. 1932 verließ er Deutschland, wurde 1940 amerikanischer Staatsbürger und lebte zuletzt bei San Diego in Kalifornien. Marcuse hat an verschiedenen amerikanischen Universitäten gelehrt und seine Schriften haben unter anderem die Studentenbewegung von 1968 wesentlich beeinflusst. Auch die Bürgerrechtsbewegung in den USA hat er mit seiner Theorie gestützt. Herbert Marcuse steht in der Tradition jener europäischen Philosophie, deren Grundthema die Freiheit des Menschen ist.

Wie immer wird es kühle Getränke und etwas zu essen geben.

aktuelle Ankündigungen findet ihr hier

It’s not just boys‘ fun – Zum Geschlechterverhältnis in antifaschistischen Strukturen

Vortrag und Diskussion mit Veronika Kracher am 12.07

Antifaschistische Gruppen und Organisationen betrachten sich selbst häufig als Pioniere zu einer Gesellschaft, die den Kapitalismus überwunden hat. Wenn es jedoch um eine Kritik an den Geschlechterverhältnissen geht oder darum, die eigene patriarchale Sozialisation zu überwinden, scheinen zahlreiche Genossen überfordert. Sexismus, die Reproduktion von traditionell männlichen Verhaltensweisen, das Nutznießen der eigenen Position und sogar sexuelle Übergriffe finden leider auch innerhalb sich emanzipatorisch begreifender Strukturen statt, und selbst Frauen* lehnen als feminin codiertes Auftreten ab. Ob der antifaschistische Kampf und ein aggressiv-männlicher, „mackerhafter“ Habitus miteinander einher gehen müssen, analysiert die Journalistin Veronika Kracher.

Ort: Kafe Marat, Thalkirchner Straße 102

Offen ist ab 20 Uhr, der Vortrag beginnt um ca. 21 Uhr. Für kühle Getränke und das leibliche Wohl ist gesorgt!

Junge, was ist Rape Culture? – Jana Klein

Der Fall Tuğçe Albayrak, Julian Assange im Exil der equadorianischen Botschaft in London oder der entfesstelte Debattenmob nach der Kölner Silvesternacht – was diese medialen Ereignisse miteinander verbindet, ist die allgemeine Unfähigkeit im Öffentlichen wie im Privaten, sich dem Problem der sexuellen Gewalt wirklich angemessen, ethisch und politisch, zu stellen. Die vielfältigen Abwehrmechanismen, mit denen nicht bloß Männer auf die Konfrontation mit der Kultur sexueller Dominanz reagieren, sind nicht nur eine alltägliche Herausforderung für antisexistische Bemühungen, sondern stellen mit der hinter ihnen steckenden Psychologie auch Schnittstellen dar, anhand derer die tiefe Verwobenheit der Geschlechterhierarchie mit anderen Feldern des Ideologischen nachempfunden werden kann. Als Ideologien stellen sie banalerweise sicher, dass die gesellschaftlichen Verhältnisse bleiben wie sie sind – die ihnen anhängenden kulturellen Formationen jedoch sorgen täglich dafür, dass das Leben für viele Menschen mal mehr, mal weniger stark mit der Hölle auf Erden bedroht bleibt. Geschlecht, Rassismus oder Antisemitismus sind daher immer auch sexuell.

„Junge, was ist Rape Culture? – Jana Klein“ weiterlesen

Einführung in die kritische Theorie – Vortrag und Diskussion

Kritische Theorie versteht sich seit ihren Anfängen wesentlich als emanzipative Theorie, die auf die Abschaffung aller Formen menschlicher Unterdrückung und des damit einhergehenden Leidens zielt. Der Vortrag soll einen Einblick in die auch als „Frankfurter Schule“ bekannt gewordene Denkrichtung bieten, die häufig mit Namen wie Max Horkheimer, Theodor W. Adorno, Herbert Marcuse und Walter Benjamin in Verbindung gebracht wird. Neben einer Darstellung der historischen Genese infolge der Krise des Marxismus, sollen unter Bezugnahme auf theoretische Referenzen, wie die Arbeiten von Marx und Freud, zentrale Fragen herausgearbeitet werden, mit denen sich die genannten Autoren auseinandersetzten. Weshalb konnte beispielsweise die aus der Aufklärung resultierende Selbstbehauptung des Subjekts und die Befreiung des Menschen von übermächtigen Gewalten in die Barbarei des Nationalsozialismus regredieren, anstatt in einem vernünftigen Zustand der Welt zu münden? Anhand Adornos und Horkheimers Kritik des Antisemitismus soll zudem gezeigt werden, welche Relevanz die Kritische Theorie, bezüglich der Analyse aktueller gesellschaftlicher Phänomene, immer noch beanspruchen kann. Der Vortrag wird offen und flexibel gestaltet, sodass die Teilnahme nicht von Vorkenntnissen abhängig ist.

Der Referent Till Seidemann studiert derzeit den Masterstudiengang Philosophie an der LMU München und hat sich in zahlreichen Arbeiten mit verschiedenen Aspekten der Kritischen Theorie auseinandergesetzt.

Offen ist wie immer ab 20 Uhr, der Vortrag beginnt ca. 21 Uhr. Für kühle Getränke und das leibliche Wohl ist gesorgt!

Kasper an die Macht. Donald Trump und die Selbstzerlegung der herrschenden Klasse.

Kasper an die Macht. Donald Trump und die Selbstzerlegung der herrschenden Klasse.

Als Donald Trump, einschwebend auf einer Rolltreppe, seine Kandidatur für das Präsidentschaftsamt erklärte, konnten die US-amerikanischen Satiriker ihre Begeisterung kaum verhehlen: Wieviel Spaß man doch mit dem Milliardärsdarsteller und wandelndem Fettnapf haben werde! Inzwischen ist Donald Trump seit gut über einem Jahr das, was viele wohl noch kaum für möglich hielten, als sie bei Spiegel Online lasen, das Donald Trump zum Präsidenten der USA gewählt worden war.

„Kasper an die Macht. Donald Trump und die Selbstzerlegung der herrschenden Klasse.“ weiterlesen

Grundlagen eines materialistischen Feminismus

Die kapitalistische Gesellschaft stellt sich als Totalität dar, die durchzogen ist von einem Geschlechterverhältnis, für das Frauenhass, männliche Hegemonie und die Abwertung von Sorgetätigkeiten konstitutiv ist. Dieses Geschlechterverhältnis durchzieht alle Bereiche der Gesellschaft. Das werden wir anhand zweier grundlegender Bereiche, der vergeschlechtlichten Arbeitsteilung und der Herausbildung männlicher und weiblicher Subjekte, zeigen und einen materialistischen Feminismus bestimmen, der ein wesentliches Element einer
kommunistischen Bewegung sein muss.

AURORA: Vortrag & Soliparty

 

Party Lineup:
Konzert mit Zoo Escape
Danach:
Raum 1: Kaput Kroits und weitere Techno-DJ_anes
Raum 2: Trashbattle zwischen Trashpanda und Dr. Gregor Giesing

Vortrag mit Konstantin Klur: Homophobie in der ökonomischen Krise: Homosexuelle als Feinde der männlichen Ordnung

Es ist eine ambivalente Sit uation: Homo-und transsexuelle Menschen können in liberalen Ländern heute freier leben als jemals zuvor. Immer mehr Staaten ermöglichen gleichgeschlechtliche Ehen, die Toleranz stieg in den letzten Jahrzehnten erheblich. Doch trotz dieser positiven Tendenz verläuft die queere Emanzipation nicht widerspruchsfrei – es scheinen heute diverse gegenläufige Tendenzen ausmachbar. Während die Unterdrückung vonseiten des Staates scheinbar abnimmt, sind Menschen, deren Sexualität von der Heteronormativität abweicht noch immer und seit einiger Zeit gar in steigendem Maße, offenen Anfeindungen ausgesetzt, die bis hin zu körperlichen Angriffen reichen. Auch können offen LGBTIQ-feindliche Parteien in ganz Europa Wahlerfolge erzielen.
Daher gilt es aufzuklären, woraus sich die heutige Ablehnung queerer Menschen speist und wie diese sich trotz der Liberalisierung und Individualisierung erhalten konnte. Im Vortrag soll es um den Hass auf jene sexuell ‚Abweichenden’ gehen, die in Situationen der Krise, wenn die Volksgemeinschaft gegen die zerfallende Gesellschaft in Anschlag gebracht wird, als jene Gruppe ausgemacht werden, die sich “dem Kollektivsubjekt nicht einfügt, womöglich ihm widersteht” (Adorno): den Hass auf Homosexuelle. Denn die Regression auf die offene Verfolgung sexueller, religiöser und ’ethnischer’ Minderheiten bleibt als Möglichkeit im Wesen liberalkapitalistischer Gesellschaften bestehen, worin gerade ein gutes Stück deren ureigenen Unwahrheit liegt: Die immanent gegebene Möglichkeit, sich in ihr scheinbares Gegenteil zu verkehren; die Umkehrung von Liberalismus und Individualismus in den totalitären Anspruch auf Einheit, der kein Äußeres, keine Abweichung erträgt und diese mit allen Mitteln einzuebnen bereit ist.

14.10.2017/ Beginn 20 Uhr/ Kafe Marat, Thalkirchnerstr. 102

Rückkehr nach Rechts? Arbeiter_innenklasse und Rechtspopulismus

Vortrag von Wolfgang Veiglhuber

Ob Front National, Ukip oder Clown Donald Trump: Die meisten rechtspopulistischen Bewegungen unserer Tage rekrutieren einen beträchtlichen Teil ihrer Anhängerschaft aus den Reihen der Arbeiter_innenklasse. Der Vortrag wird sich, vor allem in kritischer Auseinandersetzung mit Didier Eribons “Rückkehr nach Reims”, damit beschäftigen, was es für linke und emanzipatorische Politik bedeutet, dass das ehemals “revolutionäre Subjekt” Proletariat sich nun eher als konterrevolutionäres Subjekt verhält, mitunter als treibende Kraft rechter Massenmobilisierungen. Dass die Politik dieser rechtspopulistischen Parteien oftmals weit von einer materiellen Verbesserung der Lebensbedingungen des Proletariats entfernt ist, scheint für die Lohnarbeiter_innenschaft dabei belanglos zu sein. Teile des Proletariats begreift diese Parteien vielmehr als jenen Ort, an welchem sie ihr sorgsam gepflegtes Ressentiment gegen Geflüchtete, LGBTIQ*-Menschen und „raffendes Kapital“ zum Ausdruck bringen können. Wodurch lässt sich diese Hinneigung von Teile der Arbeiter_innenklasse zu rechtspopulistischer Politik erklären oder war das revolutionäre Proletariat nicht immer schon eine Chimäre? Und welche Konsequenzen hat dieser Befund für eine Linke, die, obschon der Rückkehr des Proletariats als politischem Akteur erfreut sein könnte, diese jedoch nur als marginalisierte Randfigur beobachten anstelle von gestalten kann?

Wolfgang Veiglhuber war beim DGB Bayern lohnabhängig beschäftigt und verantwortete dort unter anderem das Programm des DGB Bildungswerk Bayern.

Vortrag am 08.09.2017 / Beginn 20:00 Uhr / Zielstattstr. 37