Martin Luther: 500 Jahre Judenhass – Kein Grund zum Feiern!

Wir, von der Notwendigkeit der befreiten Gesellschaft im Diesseits überzeugt, haben es uns zur Aufgabe genommen, uns mit Themen, die sowohl in der Vergangenheit als auch aktuell diesem Ziel entgegenstehen, zu beschäftigen. Aus diesem Grund finden wir es wichtig, uns mit dem sog. „Reformationsjahr“, das viel mehr für eine Verehrung der Person Martin Luther verwendet wird, auseinander zu setzen. Was dabei selten zu Wort kommt, ist Luthers offener Judenhass, Sexismus und viele weitere unmögliche Meinungen beispielsweise gegen Behinderte.
Martin Luthers Judenfeindschaft
Für Luther war die Beschäftigung mit den Juden ein unveräußerlicher Grundsachverhalt seiner theologischen Existenz. Diese Feindschaft besteht sowohl auf theologischer Ebene, auf der er beispielweise der jüdischen Religion anhand des Bildes der „Judensau“ unterstellt, dass sie den Namen Gottes, ja ihr Gottesverständnis im Anus des Schweins suchen und dort ihre Lehre gefunden hätten. Dass das Judentum das Alte Testament anders auslegt und versteht, ist Luther unerträglich und für ihn ein Grund es mit dem Teufel gleich zu setzen. Weiter äußert Luther seinen Judenhass auch auf einer Ebene, die weit über eine theologische hinausgeht. Er plädiert in sieben Schritten, die er zynisch als „scharfe Barmherzigkeit“ betitelt, ihre Synagogen mit Feuer anzustecken, ihre Häuser zu zerstören, deren Bewohner in Ställen unterzubringen, Rabbiner das Lehren unter Androhung der Todesstrafe zu verbieten, Händlern ihr Wegrecht zu entziehen und Weiteres.
Luthers Schriften sprechen Jüd*innen und Juden die Menschenwürde ab und nahm wichtige Motive des Vernichtungsantisemitismus der deutschen Ideologie im 20.Jahrhundert voraus. Unsere Gesellschaft glorifiziert beharrlich jenen Autor, welchen wichtige Nationalsozialisten in den Nürnberger Prozessen als Legitimationsgrundlage ihres barbarischen Handelns anführten.Makaber, dass die Reichspogromnacht auf Luthers Geburtstag, den 10. November, fiel.
Seine Unterstützer*innen verteidigen ihn als „Kind seiner Zeit“ und deuten seine barbarischen Offenbarungen um, damit sie dem Mythos eines „deutschen Helden“ gerecht werden. Der Reformator, der die christliche Religion aus einer Krise befördert haben soll, wird derjenige, der eine neue Krise an das Ende der alten Misere gesetzt hat, der wir bis heute nicht entfliehen konnten. Es wird Zeit für eine deutliche Kritik, die das öffentliche Mythos eines „barmherzigen Reformators“ zerstört und eine zeitgemäße Debatte fördert.

Kein Friede mit den Feinden Israels!

Am 24.05.2017 fand im Kulturzentrum Gasteig eine Veranstaltung der Jüdisch-Palästinensischen Dialoggruppe (JPDM) mit einem Referat des israelischen Journalisten Gideon Levy mit dem Titel „50 Years to the occupation: How is it possible“ statt. Schon der Titel verrät zu viel. Zu viel gerade, weil er zu wenig nennt. Zu viel, weil ausschließlich Israel für die Konstellation im Nahen Osten verantwortlich gemacht wird, während zu der andauernden Bedrohung jüdischen Lebens im Nahen Osten durch antisemitische Mobs, den palästinensischen Widerstand, Hamas und Fatah sowie die Nachbarstaaten Israels nicht erst seit der Staatsgründung Israels 1948, sondern bereits auch zuvor, geschwiegen wird. Der Titel verrät, dass es nicht um Dialog und eine objektive Betrachtung der gegenwärtigen Zustände im Nahen Osten, sondern um ein gemütliches Einrichten in der Israelfeindschaft geht. Dies verwundert nicht, wenn man sich vergegenwärtigt, wer der Referent ist, wer die JPDM ist und was beide Protagonisten miteinander teilen.

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